
Bezirk Info
Der Bezirk Mitte entstand am 01.01.2001 durch die Fusion der ehemaligen Bezirke Wedding, Tiergarten und Mitte. Heute hat der Bezirk mit seinen knapp 320.000 Einwohnerinnen und Einwohnern sechs Ortsteile:
Hansaviertel
Seit 1875 mit Villen und anspruchsvollen Wohnhäusern bebaut.
Das alte Hansaviertel wurde während des II. Weltkrieges durch Bombenangriffe, insbesondere im November 1943, fast total zerstört
Ein neugestalteter Wiederaufbau erfolgte zwischen 1955 und 1960.
An der Bauausführung beteiligten sich 48 Architekten aus 13 Ländern (z.B. namhafte Repräsentanten moderner Architektur wie Alvar Aalto, Eugène Beaudouin, Luciano Baldessari, Werner Düttmann, Egon Eiermann, Walter Gropius, Bruno Grimmek, Oscar Niemeyer und Max Taut)
Tiergarten
1828 beginn der Umwandlung des einstigen Ausflugsortes zu einer Villenkolonie wohlhabender Bürger.
Entstehung von Wohnhäusern nach den Plänen namhafter Architekten.
Künstler, Bankiers und Politiker wählten das Tiergartenviertel zu ihrem Wohnort (z.B. Jacob Grimm, Wilhelm Grimm, Heinrich Hoffmann von Fallersleben, Ferdinand Lassalle, Adolph von Menzel).
Ab 1938 Entstehung zahlreicher diplomatischer Vertretungen.
Ehemalige Bebauung wurde im Zweiten Weltkrieg fast völlig zerstört.
Moabit
Bezeichnet einen dichtbevölkerten Stadtteil im Norden Tiergartens, der von Spree, Berlin-Spandauer Schiffahrtskanal, Westhafenkanal und Charlottenburger Verbindungskanal umschlossen wird.
Auf diesem Gebiet entstand seit 1716 die Kolonie Moabit.
Der Name Moabit wird aus dem biblischen terre de Moab (Land der Moabiter) abgeleitet, das als erste Zufluchtsstätte der Israeliten nach ihrem Auszug aus Ägypten gilt.
Gesundbrunnen
Das Luisenbad (Heilquelle) war Ausflugsziel für die Berliner, führte um die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert zur Ausprägung der Badstraße als bürgerlichen Boulevard mit zahlreichen Volksgärten, Restaurationsbetrieben und Theatern (bekannte Etablissements: Weimann's Volksgarten, Rose-Theater, Marienbad oder Victoria-Garten).
1908 eröffnete im Badehaus Marienbad das erste Kino: aus der Spielstätte des Rose-Theaters wurde das „Alhambra“.
Mitte des 19. Jh. / Industrialisierung: aus dem ländlichen Gesundbrunnen entsteht ein dichtbebautes Industrie- und Arbeiterviertel, Ansiedlung der Tresorfabrik S. J. Arnheim und der Panzer A. G. M. Fabian.
Nach der deutschen Teilung: Gesundbrunnen wird Umsteigebahnhof, Umschlagplatz zwischen Ost und West bis 1961, geprägt von Ladenzeilen, Wechselstuben und Grenzkinos.
Wedding
Hieronymus Graf Schlick von Passau und Weiskirchen, kurfürstlicher Oberhofkämmerer, erwarb 1601 etwa 50 Ackerstücke und Wiesen zur Einrichtung einer „böhmischen Meierei“.
1766 Bau des Luisenbads (Artillerie-Exerzierplatz), Verpachtungen, Grenzveränderungen, Wohnbebauung.
Seit 1861 gehören die Ortsteile Wedding zu Berlin.
Mitte
In Mitte stand die „Wiege“ der Stadt.
Die Stadt entwickelte sich aus zwei Kaufmannssiedlungen, Berlin und Cölln, zu beiden Seiten der Spree.
Die ersten urkundlichen Erwähnungen dieser Siedlungen sind aus den Jahren 1237 (Cölln) und 1244 (Berlin) bekannt.
Beide Städte lagen günstig am Schnittpunkt mittelalterlicher Handelsstraßen, nahmen so einen schnellen wirtschaftlichen Aufschwung und vereinigten sich 1307 zu einer Union.
15. Jahrhundert: Ausbau von Berlin-Mitte zur Residenzstadt der Hohenzollern, Handelsplatz Berlin wurde so auch zur Hauptstadt.
Gründung des Deutschen Reiches in Versailles: Berlin wird die Hauptstadt Deutschlands.
Heute Mitte ist wieder Sitz von Regierung und Parlament, von zahlreichen Landes- und Bundeseinrichtungen sowie Sitz von Spitzenvereinen aus Politik, Wirtschaft, und Kultur. Szeneviertel und zahlreich kulturelle Stätten